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| Illustre Gesprächsrunde zum Thema Mauerfal -von Anke Hinrichs AN |
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Mit Statements und den immer wieder kehrenden Fragen: «Was hat dazu geführt, dass die Mauer nicht mehr existiert? Hat der Westen geschlafen oder wusste man, dass die Mauer am 9. November fallen würde?» Und: «Wie war die Stimmung in den Zentren Mitteleuropas, haben alle Länder ihren Beitrag zum Fall der Mauer geleistet?», versuchte Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs, seine Gesprächspartner aus der Reserve zu locken. Wieslaw Lewicki kam als studierter Umwelttechniker schon 1985 von Polen nach Deutschland und war zu dem Zeitpunkt fest davon überzeugt, nie wieder in seine Heimat reisen zu können: «Nach dem Mauerfall bin ich sofort nach Polen gefahren.» Nie hätte er geglaubt, dass die deutsch-deutsche Vereinigung kommen könnte. Für Blazek ist Vaclav Havel, der spätere Präsident der Tschechischen Republik, die Lichtgestalt, wobei er «viele Helfer in der Welt hatte. Havel hat die 'kleinen Leute' mobilisiert und die haben die Politik zu Änderungen gezwungen», so Blazek. Laut Winfried Böttcher, emeritierter Professor am Institut der Politischen Wissenschaften der RWTH, hätte es der Grenzöffnung nicht gedient, wenn West-Deutschland den Prozess offensiv unterstützt hätte. Stattdessen habe die 1973 von Leonid Breschnew initiierte Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE-Konferenz) unfreiwillig einen Beitrag zum Erosionsprozess geleistet: «Die Konferenz hatte im Sinn, die Grenzen in Europa fest zu schreiben, aber sie nahm auch die Menschenrechte ins Programm auf. So konnte zum Beispiel Andrei Sacharow wieder auftreten, und Solidarnosc war durch internationales Recht geschützt.» Die Überwindung der Grenzen sei dann nur noch die logische Konsequenz gewesen. Josef Ostfalk betrachtete die Ereignisse von 1989 aus ungarischer Perspektive und holte dabei weit aus. Die Auflösung des kommunistischen Regimes habe eigentlich schon 1956 nach dem Volksaufstand in Budapest stattgefunden. «Wir waren die lustigste Baracke im kommunistischen Lager», sagte Ostfalk, der 1946 aus Ungarn ausgewiesen wurde und 1955 nach Aachen kam, aber durch seine Arbeit im Deutsch-Ungarischen Freundeskreis immer in enger Beziehung zu seinem Heimatland stand. Die Begeisterung für Europa halte sich in Ungarn seinem Dafürhalten nach in Grenzen, da die Erwartungen überzogen waren: «Alle hatten die Illusion, dass es gleich so wird wie in Deutschland». Ganz anders verhalte es sich laut Lewicki in Polen und Blazek, der wöchentlich nach Prag reist, weiß, dass die Tschechen überwiegend pro Europa seien. «Der Fall der Mauer ist nicht nur ein deutsches Ereignis gewesen», so Böttcher. «Eine ganz neue Welt ist entstanden, und die Globalisierung wäre nicht eingetreten, hätte es diese Zeitenwende nicht gegeben». Von Anke Hinrichs mehr auf : http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/1136403 |




Aachen. Mauerfall und Eiserner Vorhang haben zur Zeit Hochkonjunktur. So beschäftigte sich die Veranstaltungsreihe «Verstehen, was passiert ist. 20 Jahre Fall der Mauer», mit den subjektiven Eindrücken und Erfahrungen von vier Männern aus den Ländern Tschechien, Deutschland, Polen und Ungarn, die diese Zeit nicht nur als Zaungäste miterlebt hatten.








